Auf dieser Seite dokumentieren wir die zurückliegenden Tagungen von CIfA Deutschland (jüngste zuoberst). Die Angaben werden nach Ende der Tagung nicht mehr aktualisiert.
Jahrestagung 2025: Gefahrstoffe
Jahrestagung 2024: Arbeitsbedingungen
Jahrestagung 2023: Internat. Zusammenarbeit
Jahrestagung 2022: Lohnuntergrenzen
CIfA Jahrestagung 2025
Wann? - Sa., 8. Nov. 2025, 10:00 - 16:00 Uhr.
Wo? - als Online-Veranstaltung.
Tagungsgebühren? - ca. 6,52 €, zu entrichten mit der Anmeldung.
Anmeldung? - erforderlich, dort: https://www.eventbrite.co.uk/e/1720690765399?aff=oddtdtcreator Angemeldete erhalten den ZOOM-Link dann am 7.11. per Email zugesandt.
Auf Wunsch kann eine Teilnahmebestätigung ausgestellt werden.
Thema: Gefahrstoffe in der Archäologie und angrenzenden Disziplinen
In der archäologischen Praxis begegnen Fachleute immer wieder Gefahrstoffen, die Risiken für Gesundheit oder Umwelt bergen – etwa Kampfmittel, Asbest, arsenhaltige Bronzen, Belastungen in Baudenkmälern oder Schadstoffe im Boden. Der richtige Umgang damit ist anspruchsvoll und oft fehlt es an Wissen, Erfahrung oder gezielter Schulung.
Unsere Onlinetagung informiert über Risiken und den fachgerechten Umgang mit Gefahrstoffen. Dabei beleuchten wir nicht nur die archäologische Perspektive, sondern auch angrenzende Bereiche wie Restaurierung, Museumsarbeit oder Osteoarchäologie. Das nachfolgende Programm als Flyer dort.
Programm:
ab 9:45 Uhr: Einlass in den virtuellen Raum
10:00 Uhr: Begrüßung
10:10 Uhr
Gefahren im archäologischen Berufsalltag – Erfahrungen aus 20 Jahren Praxis
Sascha Piffko (SPAU GmbH, Münzenberg)
In den letzten Jahren haben Gefährdungsbeurteilungen und Sicherheitsunterweisungen auch in der archäologischen Feldarbeit an Bedeutung gewonnen. Grabungsteams sind heute geschult, Leitungspläne einzusehen, das richtige Prozedere bei Funden von Blindgängern und Munition sowie grundlegende Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Doch die Praxis zeigt: Der Boden birgt weitaus mehr Gefahren, als in einer Standardunterweisung abgedeckt werden kann. Immer wieder treten unerwartete Materialien und Substanzen auf, deren Charakter zunächst unklar bleibt. Der Beitrag reflektiert Erfahrungen aus zwei Jahrzehnten Grabungspraxis und zeigt, wie Projektleitungen auf solche Situationen vorbereitet sein sollten – insbesondere, wenn Art und Risiko eines Fundes nicht sofort eindeutig erkennbar sind.
10:40 Uhr
Grabung mit Nebenwirkungen – Schadstoffe und ihr Verhalten im archäologischen Bodenarchiv
Christoph Genzel (Soilcast, Leipzig)
Böden haben nicht nur eine große Bedeutung als Pflanzenstandorte und Lebensräume, im archäologischen Kontext kommt ihnen auch eine herausragende Stellung als Archiv der Kulturgeschichte des Menschen zu. Seit Böden dem Menschen als Grundlage seiner Landnutzung dienen, sind sie jedoch auch stellenweise erheblichen Schadstoffeinträgen ausgesetzt. Derartige Kontaminationen können über lange Zeiträume in Böden erhalten bleiben und stellen für Grabende in der Gegenwart ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.
Der Vortrag beleuchtet die physikochemischen Prozesse, durch die Schadstoffe wie Schwermetalle, Pestizide oder Industriechemikalien in Böden gespeichert und dort über lange Zeiträume konserviert werden. Dabei werden grundlegende Mechanismen der Adsorption an reaktive Oberflächen beleuchtet, die die Mobilität und langfristige Überdauerung (Persistenz) von Schadstoffen in Böden bestimmen. Ziel des Beitrags ist es, Archäologinnen und Archäologen für typische Kontaminationsmuster zu sensibilisieren und ihnen einfache bodenkundliche Faustregeln an die Hand zu geben, mit denen sich das Vorkommen und Verhalten von Schadstoffen im Boden besser einschätzen lässt. So kann nicht nur die Sicherheit bei Geländearbeiten erhöht, sondern auch der Erkenntniswert archäologischer Bodenarchive erweitert werden.
11:10 Uhr
Things that go „boom“ – und andere Kontaminationen
Anke S. Weber (BG BAU, Frankfurt am Main)
Archäologische Ausgrabungen bergen nicht nur die typischen Gefährdungen des Erdbaus – etwa durch Erdbaumaschinen, Arbeitsmittel, körperliche Belastungen oder UV-Strahlung. Hinzu kommen besondere Risiken durch kontaminierte Böden auf Altlastenstandorten sowie durch Blindgänger und Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Idealerweise wird zur Minimierung dieser Gefahren bereits eng mit Kampfmittelortungs- und Räumfirmen zusammengearbeitet. Doch auch die Fundstücke selbst können eine unterschätzte Gefahr darstellen: anhaftende oder enthaltene Gefahrstoffe können die Gesundheit gefährden. Besonders bei neuzeitlichen Objekten aus Auffüllungen oder verfüllten Bombentrichtern – etwa Flaschenfunden – empfiehlt sich daher ein genauerer Blick, bevor sie ins Inventar aufgenommen werden.
11:40 - 12:30 Uhr: Pause
12:30 Uhr
Können Bakterien Jahrhunderte überleben?
Silke Klee (Zentrum für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene, ZBS2 „Hochpathogene mikrobielle Erreger“, Robert Koch-Institut, Berlin)
“Pestgräber auf Nürnberger Baustelle”, “Hunderte Skelette auf Leprafriedhof entdeckt”, “Milzbrandsporen im Boden belasten noch heute die Umwelt”. Solche Meldungen gehen immer wieder durch die Presse. Alle drei Erkrankungen, die heute in Deutschland (fast) nicht mehr vorkommen, in anderen Ländern aber immer noch eine Bedrohung für die Bevölkerung darstellen, werden durch Bakterien hervorgerufen. Stellt der Umgang mit Knochen aus einem Pestfriedhof oder mit Bodenproben aus einer stillgelegten Gerberei eine Gefährdung dar? Wie lange können Bakterien überleben und infektiös bleiben? Der Erreger des Milzbrands, Bacillus anthracis, ist aufgrund seiner resistenten Sporen gefürchtet, aber Yersinia pestis (Pest) und Mycobacterium leprae (Lepra) bilden keine Überdauerungsformen.
Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die Biologie der drei Bakterienspezies und nennt Beispiele aus der Literatur, in denen die Langlebigkeit der Milzbrandsporen dokumentiert ist. Es wird erläutert, wo Gefährdungen auftreten könnten, welches Risiko besteht und wie man sich beim Umgang mit potentiell kontaminiertem Material schützen kann.
13:00 Uhr
Archäologische Ausgrabungen in Häusern – wie verhalte ich mich dort sicher?
Stefan Klöckner (Restaurator in der Baudenkmalpflege, Biebergemünd) & Claus Bergmann (Untere Denkmalschutzbehörde des Main-Kinzig-Kreises, Gelnhausen)
Archäologische Ausgrabungen in historischen Gebäuden bergen spezifische Gefahren, die sich deutlich von denen klassischer Freilandgrabungen unterscheiden. Der Vortrag gibt einen praxisorientierten Überblick über potenzielle Risiken innerhalb von Gebäuden – darunter biologische Gefahren (z. B. Exkremente), historische und moderne Baustoffe (z. B. Schweinfurter Grün, Asbest, Holzschutzmittel) sowie durch parallel laufende Tätigkeiten anderer Gewerke verursachte Gefährdungen. Es werden zentrale Fragen zum sicheren Verhalten aufgeworfen und beantwortet: Wo können sich gefährliche Stoffe befinden? Woran erkenne ich sie? Wie kann ich mich wirksam schützen? Ergänzend werden Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung und zum sicheren Arbeiten im Gebäude vorgestellt. Ziel ist es, das Bewusstsein für Sicherheitsaspekte bei archäologischen Arbeiten in Bauten zu schärfen und konkrete Handlungsempfehlungen zu vermitteln.
13:30 Uhr
Archäologische Begleitung der Sanierung des Akademischen Kunstmuseums in Bonn – ehemals Anatomisches Institut der Universität Bonn
Eileen Kose (Archaeologie.de, Moers/Brühl)
Seit 2022 laufen am Akademischen Kunstmuseum in Bonn Sanierungsarbeiten. Das Gebäude wurde 1824/25 als Anatomisches Institut der Universität Bonn gebaut und als solche bis 1872 genutzt. Seit 1885 ist das Gebäude mit Erweiterungen Institut für Klassische Archäologie und beherbergt in seinem angegliederten Museum gut 30 000 Fundstücke der antiken Welt. Bei den Sanierungsarbeiten werden Baustrukturen der Alten Anatomie freigelegt wie Sickerschächte, technische Anlagen und Fußböden. Auch der ehemalige Hofbereich der Anatomie wird untersucht. Dabei fallen die Befunde der Alten Anatomie durch eine hohe Bleibelastung auf, aber auch Quecksilber, Arsen und andere Schwermetalle werden regelmäßig detektiert. Das Arbeits- und Sicherheitskonzept, welches für die Arbeiten im und um das Gebäude herum erstellt worden ist und durch einen zweiten Gutachter geprüft und bestätigt wurde, beruht hauptsächlich auf Mischproben bezogen auf Arbeitsbereiche gemäß Bodenschutz- und Altlastenverordnung.
Dabei fiel in Einzelproben eine punktuelle Quecksilber- und Arsenkontaminierung auf, die hohe Bleibelastung der Anatomiebefunde wurde mit dieser Methode jedoch nicht erfasst. Ein Grund dafür ist, dass die belasteten Horizonte z. T. nur mehrere Zentimeter mächtig sind oder kleinräumig auftreten und im Durchschnitt der Mischproben unauffällig bleiben. Durch die zusätzliche Nutzung eines mobilen Röntgenfluoreszenzgeräts können jedoch gezielt Befunde und Funde beprobt werden. Kontaminierte Bereiche können genau eingegrenzt und Funde entsprechend separiert werden. Die Kartierung der Messungen zeigt Aktivitätszonen (Leichenkonservierung, Herstellung von anatomischen Präparaten) und Abfallverhalten des Betriebs der Anatomie im 19. Jh.
14:00 - 14:30 Uhr: Kaffeepause
14:30 Uhr
Schimmelpilze an Kulturgut – Schädlinge mit erstaunlichem Potenzial
Gabriele Krüger (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim)
Schimmelpilze zersetzen organische Materie, sofern sie günstige Bedingungen vorfinden. Diese werden durch die Luftfeuchtigkeit und den aW-Wert des Substrates beeinflusst. Die Pilzarten haben unterschiedliche Feuchtigkeitsbedarfe und sind bezüglich des Substrats mehr oder weniger spezialisiert. Schimmelpilze entwickeln sich aus Sporen, die durch Luftströmungen verbreitet werden und deshalb fast allgegenwärtig sind. Die Entwicklung zum Pilz, der sehr zahlreiche neue Sporen bildet, erfolgt bei günstigen Bedingungen schnell in wenigen Tagen.
Verschmutzte Objekte, ungünstige bauliche Gegebenheiten und Klimaanlagen können - auch in scheinbar "klimasicheren" Umgebungen wie Depots - zu sich langsam entwickelndem Befall mit trockenheitsliebenden (xerophilen) Pilzarten führen. Staub bietet durch den Gehalt an abbaubarem Material und seine hygroskopischen Eigenschaften oft einen idealen Untergrund zur Besiedlung. Einige Schimmelarten können potente Giftstoffe (Mycotoxine) absondern, die sich dann in der Luft oder im Objekt befinden können. Die Gefährdung durch Toxine reicht von allergener Wirkung (Husten, Hautausschlag) bis zur Krebserzeugung. Einige wenige Arten können das Körperinnere (Lunge, Haut) befallen. Besonders gefährdet sind ältere Personen und Menschen mit Immunschwäche.
Beim Umgang (Transport, Reinigung) kann deshalb von pilzbefallenem Kulturgut eine gesundheitliche Gefährdung ausgehen, wenn verschimmeltes Material mit der Haut in Berührung kommt oder Stäube eingeatmet werden. Auch Blockbergungen (die idealerweise nicht austrocknen sollen) können gefährlich sein, wenn diese nach einer längeren Zeit der Lagerung transportiert, ausgepackt und behandelt werden.
Da oft nicht bestimmt werden kann, ob von diesen Pilzen eine Gefährdung ausgeht, sollten sicherheitshalber immer Personenschutzmaßnahmen (Handschuhe, Maske, ggfs. Einmalschutzanzug) ergriffen werden. Die Reinigung sollte mit Anlagen erfolgen, die auswechselbare HEPA-Filter besitzen, die Schimmelsporen zurückhalten; Abfälle sollten staubsicher entsorgt werden.
15:00 Uhr
Mögliche Schadstoffe im archäologischen Fundmaterial und deren Gefährdungspotenzial
Dr. rer.nat. Boaz Paz (AG-Arbeitssicherheit für Restauratoren VDR; PAZ Laboratorien GmbH, Bad Kreuznach)
Im Rahmen von Schadstoffuntersuchungen an archäologischen Funden aus organischen Materialien, konnten die Paz Laboratorien in der Vergangenheit ein breites Spektrum an toxischen und krebserregenden Konservierungsmitteln nachweisen, die ehemals zum Schutz und Erhalt vor Schädlingsbefall, Insektenfraß und Schimmelpilz eingesetzt wurden. Die große Bandbreite der verwendeten Wirkstoffe beinhaltet grundsätzlich ein vielfältiges Gefährdungspotenzial für den Menschen, aber auch für die Objekte.
Es konnte festgestellt werden, dass die Behandlung des Fundmaterials mit Biozid-Wirkstoffen in vielen Fällen wiederholt durchgeführt wurde, so dass sich ein Gemisch aus historischen (Schwer-)Metallverbindungen und hochwirksamen organischen Syntheseprodukten nachweisen ließ. Dieser Umstand ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die fehlende Dokumentation der verwendeten Substanzen und konservatorischen Behandlungsmethoden zurückzuführen.
Die höchste gesundheitliche Gefährdung besteht für den Personenkreis, der während seiner Tätigkeit mit den Objekten direkt in Kontakt kommt, bzw. mechanische Arbeiten daran ausführt. Liegen Anhaltspunkte für eine Biozidbehandlung vor, so gilt das Minimierungsgebot nach der gültigen Gefahrstoffverordnung. Seit Dezember 2015 fallen laut Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) kontaminierte Objekte ebenso unter die Gefahrstoffverordnung wie die reinen Wirkstoffe.
Die Ergebnisse der Schadstoffanalysen dienen als Grundlage zur Erstellung einer laut Arbeitsschutzgesetz erforderlichen tätigkeits- und expositionsbezogenen Gefährdungsbeurteilung, sowie eines Maßnahmenkataloges mit Festlegung der technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen. Im Rahmen der arbeitsschutztechnischen Maßnahmen müssen die Beschäftigten, die Tätigkeiten an kontaminierten Objekten ausführen, eine (praxisnahe) Einweisung / Unterweisung erhalten. Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, wie Quecksilber oder CMR-Stoffen der Kategorie 2 hat der Arbeitgeber laut Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge eine Pflichtvorsorge zu veranlassen.
15:30 Uhr
Abschlussdiskussion
Stand: 2. Okt. 2025
CIfA Deutschland Jahrestagung 2024
Unsere Jahrestagung wird am Samstag, den 11. Mai 2024 in Kooperation mit dem Archäologischen Museum Frankfurt in dessen Räumlichkeiten (Karmelitergasse 1, 60311 Frankfurt a.M.) stattfinden.
Basierend auf dem Feedback, dass wir im Zusammenhang mit unseren bisherigen Veranstaltungen erhalten haben, haben wir uns in diesem Jahr für ein interaktives Programm entschieden. Statt den typischen Fachvorträgen, erwarten Sie Workshops und Diskussionsrunden zu unterschiedlichen Themen, die im Rahmen einer Umfrage ermittelt wurden. Diese werden zum Teil durch einführende Expertenvorträge ergänzt.
Vorläufiges Programm
09:00-09:15 Uhr – Begrüßung
09:15-11:00 Uhr – Workshop Arbeitnehmerrechte
mit Beiträgen von Martin Klar (ADW) & Agnes Rahm (Personalratsvorsitzende BLfD)
11:00-11:15 Uhr – Kaffeepause
11:15-12:45 Uhr – Workshop Arbeitssicherheit
mit einem Beitrag von Sarah Wolff (ADW) & Hendrik Hofmann (SPAU GmbH)
12:45-14:30 Uhr – Mittagspause
14:30-15:30 Uhr – Workshop Arbeitsverträge
mit Beiträgen von Sascha Piffko (SPAU GmbH) und Falk Näth (Denkmal 3D)
15:30-16:00 Uhr – Kaffeepause
16:00-17:30 Uhr – Workshop Kommunikation & Konfliktkultur
mit Beiträgen von Diane Scherzler (DGUF) & Ralf-Giso Kutschker (freiberuflicher Mediator)
17:30-18:00 Uhr – Abschlussdiskussion
Tagungsgebühren
Studierende (BA, MA): kostenfrei
CIfA-Mitglieder: kostenfrei
Nicht-Mitglieder: 25 Euro
Die Teilnahmekosten für Studierende und CIfA-Mitglieder werden von der Firma SPAU GmbH übernommen. Für das Sponsoring bedanken wir uns sehr herzlich.
Anmeldung und Stornierungsbedingungen
Sie können sich bis zum 2. Mai 2024 unter
Nicht-Mitglieder erhalten nach der Anmeldung eine Rechnung in Höhe der Tagungsgebühr. Die Zahlung (via Paypal oder EC-/Kreditkarte) muss bis spätestens 2. Mai eingegangen sein. Erst mit Eingang der Tagungsgebühr ist die Anmeldung gültig. Eine Barzahlung vor Ort ist nicht möglich.
Bei einer Stornierung der Tagungsteilnahme bis zum 25. April wird die Tagungsgebühr (sofern erhoben) rückerstattet. Bei Stornierungen zwischen dem 26. April und dem 10. Mai wird für Rückerstattungen eine Bearbeitungsgebühr von 5 Euro erhoben. Bei Stornierungen am Tag der Tagung oder Nichterscheinen können Rückerstattungen nur in Ausnahmefällen gewährt werden. Um eine Rückerstattung zu beantragen, senden Sie uns bitte eine E-Mail an
Wir freuen uns sehr, Sie im Mai auf unserer Tagung begrüßen zu dürfen.
Stand: 26. April 2024
CIfA Deutschland Jahrestagung 2023
Internationale Archäologie: Arbeiten im Ausland und internationale Zusammenarbeit
(Frankfurt a. M., Universität, 20. Mai 2023, 9-17 Uhr)
Die weltpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre wirken sich auch auf die deutsche Archäologie aus: Jahrelange internationale Kooperationen von akademischen Institutionen und gemeinsame Grabungsprojekte im Ausland müssen sich der politischen Weltlage anpassen. Aber auch Unternehmen der privatwirtschaftlichen Archäologie aus verschiedenen Ländern finden sich für gemeinsame Großprojekte zusammen und müssen den Vorschriften und Gesetzen beider Länder genügen. Zudem kommen neben Archäologen, die sich bewusst für die Arbeit im Ausland entschieden haben, auch Kollegen als Flüchtlinge beispielsweise in Deutschland an. Sie suchen Arbeit in der Archäologie und sind mit der deutschen Bürokratie konfrontiert. Neben der Gestaltung eines internationalen Arbeitsalltages und der Umsetzung von unterschiedlichsten gesetzlichen Vorschriften existieren auch sprachliche und kulturelle Hürden, denen Archäolog:innen weltweit begegnen. Diese Aspekte und die Vielzahl der damit verbundenen Hürden sind Thema unserer diesjährigen Jahrestagung.
Organisatorisches
Tagungsort
Die Tagung wird in enger Zusammenarbeit mit der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt a.M. organisiert und findet auf dem Campus Westend (Norbert-Wollheimer-Platz 1) statt. Genauer: im Nebengebäude des IG-Farben-Hauses, im Raum NG 731; der Raum befindet sich direkt am Eingang des Gebäudes auf der rechten Seite.
Einen allgemeinen Lage- und Anreiseplan finden Sie [dort, resp. PDF; "Campus Westend","NG", "3"].
Anmeldung und Tagungsgebühren
Die Teilnahme an unserer Tagung ist kostenfrei – als Unkostenbeitrag kann eine kleine Spende vor Ort entrichtet werden.
Für die Planung bitten wir jedoch um Anmeldung per E-Mail bis zum 14. Mai 2023 unter
Sollten Sie trotz Anmeldung nicht teilnehmen können, bitten wir um eine Stornierung vor dem 18. Mai.
Tagungsprogramm
09:00-09:20 Uhr Begrüßung und Einführung ins Thema
Internationale Zusammenarbeit - Fokus: Privatwirtschaftliche Archäologie
09:20-09:40 Uhr INFRA Europe – International Joint Ventures and "Megaprojects” in archaeology
In the run-up to the upcoming archaeological supervision of Germany-wide infrastructure projects, excavation companies are also forming joint ventures with non-German partners in Germany. The Irish-UK-German cooperation INFRA Europe, which joined forces at the beginning of 2023, shows what such a company cooperation can look like. An overview of the founding phase is provided by the heads of the participating companies.
09:40-10:00 Uhr Anna Anzenberger (Archäologisches Büro Anzenberger & Leicht GbR) – Babel in the fields - problems and concepts of communication in multinational teams
Working in multinational teams is quite usual in archaeology since a long time. Problems occur there on all levels of communication, verbal or not. Also, the controlling and managing of the correct documentation is a challenge in an international team. This talk will give a summary of the multitudes of problems and challenges that can be found under the umbrella term of communication in international teams. It will also give some outlooks and solutions to some of them.
10:00-10:10 Uhr Fragerunde
10:10-10:35 Uhr Fishbowl (d.h. offene Diskussionsrunde) mit Impulsvortrag Sascha Piffko (SPAU GmbH) – Archäolog:innen nach der Flucht: Wie kann eine erfolgreiche Integration in die archäologische Landschaft Deutschlands gelingen?
Durch die Kriege in Syrien, in der Ukraine, aber auch politische Umbrüche, Vertreibung und soziale Not werden hunderttausende von Menschen zur Flucht gezwungen. Darunter auch viele Archäolog:innen. Ihre Integration gestaltet sich nach der Ankunft in Deutschland oft schwierig. Für die Neuankömmlinge ist die Organisation der hiesigen Archäologie nicht leicht verständlich, Museen und Ämter haben keine Möglichkeiten, bezahlte Arbeitsplätze flexibel und schnell einzurichten, Grabungsfirmen sind als Arbeitgeber:innen in vielen Herkunftsländern unbekannt. Wie kann eine erfolgreiche Integration in die archäologische Landschaft Deutschlands gelingen?
10:35-11:00 Uhr Kaffeepause
Internationale Zusammenarbeit - Fokus: Museen und Universitäten
11:00-11:20 Uhr Karina Iwe (Buchmuseum, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) – Internationale Museumsarbeit: Kultur als Brückenbauer
Die internationale Zusammenarbeit spielt bei länderübergreifenden Ausstellungsprojekten eine große Rolle. Als Museumsschaffende arbeite ich seit Jahren im nationalen und internationalen Museumsbereich und konnte wertvolle Einblicke und Erfahrungen in der internationalen Museumsarbeit sammeln. Für das Ausstellungsprojekt "Gold & Wein. Georgiens älteste Schätze" arbeiteten wir am Archäologischen Museum Frankfurt eng mit den Kolleg:innen des Georgischen Nationalmuseums in Tbilisi zusammen, für das Folgeprojekt "Biatec. Nonnos. Kelten an der mittleren Donau" mit den Kolleg:innen aus Bratislava in der Slowakei. Aus dem Projekt zur Zusammenarbeit mit Georgien ergab sich in Folge eine erfolgreiche Kooperation mit dem Georgischen Nationalmuseum sowie dem Deutschen Archäologischen Institut, so dass ich als Koordinatorin für die Fertigstellung des neuen Museums von Bolnisi nach Georgien eingeladen wurde und den Museumsalltag im Kaukasus für mehrere Monate kennenlernen und wertschätzen konnte - wenige Monate vor Beginn der COVID-19-Pandemie. Meine jüngsten Erfahrungen als Ausstellungskuratorin aus dem Jahr 2022 sind mit den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Museumsarbeit verbunden. So war ich eine von zwei Kuratorinnen am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz der Sonderausstellung "Chic! Schmuck. Macht. Leute." und erlebte, wie der Krieg die Ausfuhr von Kulturgütern verhinderte – wenige Wochen vor Eröffnung. Es handelte sich hierbei um die Highlights der Ausstellung aus Sibirien. Dem ging eine zweijährige Kooperation auf Augenhöhe zwischen dem Museum in Chemnitz und einer der renommiertesten Forschungsinstitutionen in Novosibirsk voraus. Der Umgang mit dieser Situation soll auf der Tagung ebenso vorgestellt werden.
11:20-11:40 Uhr Karin Kindermann (University of Cologne, Institute of Prehistoric Archaeology) – Between Germany and the MENA region: archaeological projects at the University of Cologne
Archaeological research in Northeast Africa as well as in the Middle East – in short: in the MENA region – has a long tradition at the Institute of Prehistoric Archaeology at the University of Cologne. Worth mentioning in this context are the investigations on Neolithic flint mining in the Levant since the 1980s or the large-scale DFG-projects "Besiedlungsgeschichte der Ostsahara" (B.O.S, 1980s) as well as the two Collaborative Research Centers "ACACIA" (1990s) and “Our Way to Europe” (2000s). In the meanwhile, more than 40 years of research cooperation between Cologne and the MENA region, goals, ideas and standards in research and everyday life have changed. The reasons for this are manifold and range from changing political circumstances and everyday life to new methods in teaching and training. This presentation would like to give an insight into the various international Cologne projects and cooperation, their goals and focuses, as well as problems and opportunities associated with them. These include, for example, the English-language Master’s programme entitled "Environmental Archaeology" in cooperation with the Cairo University. With its focus on environmental sciences and prehistory, it aims to contribute to a sustainable, structure-building improvement of archaeological sciences in Egypt, which are predominantly oriented towards monuments and written sources. By focusing on the close connections between climate, landscape and cultural development, students should gain a new historical picture of Egypt’s multifaceted, complex landscape and environment as well as its preservation. This topic is to be supplemented and deepened by a practical participation of several weeks in archaeological excavations in Germany, which has so far thankfully found the support of the offices for the protection of ancient monuments and also private excavation companies. But also, the support of refugee scientists at the height of the Syrian war in 2015/2016as well as exchange programs with scientists and students from the MENA region (e.g., from Jordan, Sudan and Egypt) were part of the engagement of the Cologne Prehistoric Institute in the MENA region.
11:40-11:50 Uhr Fragerunde
11:50-12:45 Uhr Brainstorming (Diskussion in kleinen Gruppen): What defines successful international cooperations?
12:45-14:15 Uhr Mittagspause
Arbeiten im Ausland
14:15-14:35 Uhr Thomas Sickel (Universität Köln; DASV-Vorstand) – Eine studentische Bestandsaufnahme und Perspektive zum Thema Archäologie International
Der Dachverband Archäologischer Studierendenvertretung e.V. möchte die studentischen Erfahrungen auf internationalen (Lehr-)Grabungen einbringen. Grundlage hierfür wird eine Umfrage sein, welche die Erfahrungen, Erlebnisse und Verbesserungsvorschläge der Studierenden an den deutschsprachigen Universitäten beleuchtet. Es werden die Aspekte herausgestellt, die für Studierenden auf internationaler Ebene besonders wichtig sind, welche Vorgehensweisen antiquiert sind und wie die Zukunft der Archäologie auf internationaler Ebene aussehen könnte. Es soll untersucht werden, wie es um das Arbeitsklima, die Arbeitssicherheit, aber auch die Vergütung während der (Lehr-)Grabungen steht. Weitere Aspekte werden die Arbeitszeit sowie die Erlangung von Kompetenzen sein. Zudem wird näher betrachtet, wie die Bedürfnisse vor allem von Frauen respektiert wurden und welchen Herausforderungen Studierenden hinsichtlich der Klimakrise und Archäologie international gegenüberstehen.
Nach diesem Teil wird betrachtet, wie sich die (Lehr-)grabung vor Ort präsentiert v. a. im Hinblick auf die Integration von lokalen Forschern, Studierenden, Arbeiter:innen, aber auch der Öffentlichkeit. Es soll auch untersucht werden, was mit den (Be-)Funden bzw. Proben passiert. Zum Abschluss werden Verbesserungsvorschläge aus Sicht der Studierenden präsentiert.
14:35-14:55 Uhr Leonora O’Brien (CIfA - International Practice Group) – Making space for local knowledge in international archaeological practice: some West African case studies in ethnography, consultation and local community participation
Cultural heritage is central to peoples’ identity and includes both past history and living cultural practices. Cultural and spiritual values, and the traditional systems used to manage the environment, interaction with nature, historical narratives and interpersonal conflict, can help to reinforce social cohesion in the face of change.
Archaeological fieldwork, whether undertaken in advance of development or as part of academic research, is sometimes planned from a great distance, and can involve relatively brief visits to unfamiliar cultural landscapes. Communication is often mediated through interpreters. This can import misunderstandings and technical approaches that are poorly suited to local circumstances and sensitivities.
It is important that we seek to engage with the people who use the local environment and know it intimately. Local indigenous communities, landworkers, cultural practitioners, elders and stewards of sacred and cultural places provide crucial insights into oral narratives, living cultural practices and contemporary concerns. It is also beneficial to work closely with local epistemic communities – including archaeologists, ethnographers, earth scientists, ecologists and socio-economic advisers. It takes time to listen and establish good working relationships, but this dialogue is at the heart of inclusive, responsible, equitable and informed consultation.
This paper will consider practical ways to engage local communities. It will present case studies in local consultation and scientific partnerships from projects in Gabon, Senegal and Mauritania. These projects involved preparing the archaeology and cultural heritage elements of Environmental and Social Impact Assessments carried out in advance of development-led projects.
14:55-15:15 Uhr Gerry Wait (Heritage Archaeology and Anthropology) – International Investigations: Indiana Jones’ Treasure or Mired in Bureaucracy
Leading archaeological (or more broadly, cultural heritage) investigations in other countries brings rewards and challenges in equal measure, but is rarely like working in one’s own homeland. The rewards may include significant discoveries, meeting new colleagues and building friendships that last for a career. Gold or any form of material gain is rarely one of the rewards (or perhaps I’ve just been unlucky?). Working in commercial archaeology, undertaking environmental impact assessments, the challenges are many – unfamiliar bureaucracy and laws and rules that often don’t conform to our expectations and so seem all the more difficult to navigate. Or the lack of supplies that we usually expect (repair your geophysical survey kit or your drone and camera in the middle of the Kyrgyzstan desert, or the Congolese jungle?) can derail the best formulated plans. Or more simply how does one convince decision-makers in foreign Ministries of Culture about the appropriateness of the investigations one wants to undertake? Perhaps unexpectedly, membership of a professional archaeological association can be one of an archaeologists most supportive foundations when planning, executing, and reporting on investigations anywhere outside one’s homeland. But in my experience the greater challenges are encountered elsewhere. This is a light-hearted but nonetheless pointed review of the roles of professional membership that affect us as soon as we cross that first border, based on personal experiences in nearly 40 countries over a 30 year career.
15:15-16:45 Uhr World Café (d.h. eine offene, strukturierte Diskussion)
Stand: 1. Mai 2023
Unterbezahlt und ungeschützt? Lohnuntergrenzen und Arbeitssicherheit in der Archäologie
Jahrestagung 2022 von CIfA Deutschland
Die Jahrestagung von CIfA Deutschland findet am Freitag, den 17. Juni 2022 in Frankfurt /M. statt. Ort: Metzner-Saal im IG-Farben-Haus, Campus Westend. Am Samstag, 18. Juni, findet ebendort gemeinsam mit der DGUF eine Archäologie-Messe / Berufsmesse statt.
Inhaltlich stellen wir zwei Themen in den Fokus unserer Jahrestagung: Lohnuntergrenzen und Arbeitssicherheit. Wie viel ist meine Arbeit wert und wie viel Lohnforderung kann ein Unternehmer in der Archäologie realistisch umsetzen? Wie kann man sich selbst und seine Mitarbeiter im weiten Berufsfeld der Archäologie finanziell, aber auch im Sinne der Arbeitssicherheit absichern? Wie lässt sich auch die Fürsorge für die (eigene) psychische Gesundheit in den Berufsalltag integrieren? Diesen Fragen widmet sich die Jahrestagung des Berufsverbands CIfA Deutschland, mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Archäologie gemeinsam mit den in der Archäologie Tätigen zu verbessern. Um das zu erreichen, werden die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: von Arbeitnehmern einer Grabungsfirma, von Studierenden, von Arbeitgebern. Wir diskutieren die verschiedenen Forderungen im Hinblick auf faire Bezahlung und Arbeitsschutz und gehen der Frage nach, wie jeder selbst seinen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Archäologie leisten kann. Neben Vorträgen und Impulsreferaten wird Raum für Diskussionen und Fragen geboten.
Die Tagungsteilnahme ist kostenlos und setzt keine Mitgliedschaft bei CIfA Deutschland voraus. Eine vorherige Anmeldung bis spätestens 10. Juni mit Name und E-Mail-Adresse an
Wo?
Frankfurt a.M., Westend: Universität Frankfurt, Renate von Metzler-Saal im Casino-Gebäude, Raum, Cas. 1.801. Adresse: 60323 Frankfurt /M., Nina-Rubinstein-Weg.
Corona-Regeln [dort]
Programm
17. Juni, 9 - 12 Uhr: Arbeitssicherheit
Arbeitsschutz geht weit über das Tragen eines Bauhelmes und von Sicherheitsschuhen auf der Grabung hinaus: Gesetzliche Regelungen, Verantwortungen, Versicherungsfragen, Erste-Hilfe und auch die psychische Gesundheit sind Themen, die jenseits der Archäologie selbstverständlich sind und viel Beachtung finden. Das Thema Arbeitssicherheit betrifft alle, nicht nur die Privatwirtschaft - auch Studierende auf einer Lehrgrabung, Uni-Dozent:innen, Museumsmitarbeiter:innen oder technische Angestellte in der Labor-Archäologie. Zur Mitwirkung an der Tagung eingeladen sind deshalb Vertreter von Organisationen und in der Archäologie Tätige, die sich als Expert:innen mit den Schwierigkeiten rund um das Thema Sicherheit auskennen und Lösungswege aufzeigen können - und vor allem auch Archäolog:innen, die mehr über das Thema Arbeitssicherheit erfahren wollen.
Vorträge
- Mathias Büter (Fachkraft für Arbeitssicherheit, ETA Siemer): Arbeitssicherheit auf archäologischen Ausgrabungen.
- Andreas Siemer (Geschäftsführer u. Inhaber ETA Siemer GmbH): Elektrosicherheit für die Archäologie.
- Melanie Zobl (Geschäftsleitung Archäograph - Archäologische Dienstleistungen Melanie Zobl M.A.): Arbeitssicherheit und psyschiche Belastung auf Rettungsgrabungen im Spannungsfeld zwischen bauseitigen und archäologischen Interessen.
- Jasmin Köhler & Nico Dührkoop (DASV): Arbeitssicherheit und sichere Arbeit. Eine studentische Perspektive auf Sicherheitsvorschriften und sichere Arbeitsplätze in der Archäologie.
Anschließend: Fishbowl / offene Diskussionsrunde: Wer ist eigentlich für die Arbeitssicherheit verantwortlich?
17. Juni, 14 - 16 Uhr: Lohnuntergrenzen
Das Aushandeln einer fairen und angemessenen Bezahlung für alle in der Archäologie Tätigen ist ein komplexes Thema, das immer wieder für hitzige Diskussionen und große Unzufriedenheiten sorgt. Einigkeit besteht jedoch darin, dass das Gehaltsniveau in der privatwirtschaftlichen Archäologie Deutschlands unangemessen niedrig ist. Organisiert und moderiert von CIfA Deutschland haben Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen im Jahr 2021 erstmalig für die deutsche Archäologie nach Verantwortung gestaffelte Lohnuntergrenzen definiert, die seit Jan. 2022 umgesetzt werden. Wie 2021 vereinbart, sollen die Gehälter und deren Aushandeln im Rahmen der CIfA-Tagung sowohl von Arbeitgeber:Innen als auch Arbeitnehmer:Innen erneut diskutiert werden, um die erstmals getroffene Vereinbarung fortzuführen und ggf. für 2023 anzupassen. Beide Seiten vertreten hier ihre Standpunkte und sprechen offene Punkte und Schwierigkeiten an. Auch andere Blickwinkel, wie z.B. die von Studierenden oder Landesämtern können in Betracht gezogen werden. Ziel ist es, auch 2022 eine gemeinsame Beschlussvorlage von Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen zu schaffen, welche der Mitgliederversammlung von CIfA Deutschland vorgelegt werden kann.
Vorträge
- Gerry Wait & Pete Hinton (CEO CIfA): How salary benchmarking worked in UK archaeology.
- CIfA AK Arbeitnehmer: Bericht über "Lohnuntergrenzen für die deutsche Archäologie".
- CIfA AK Archäologiefirmen: Bericht über "Lohnuntergrenzen für die deutsche Archäologie".
World Café (d.h. offene, strukturierte Diskussion) zum Thema Lohnuntergrenzen.
Hinweis: Mitgliederversammlung CIfA Deutschland
Die jährliche Mitgliederversammlung wird nicht im Kontext der CIfA-Tagung stattfinden, sondern voraussichtlich im Juli/August 2022 als Online-Veranstaltung. Sobald genaueres entschieden ist, werden alle CIfA-Mitglieder informiert.
Stand: 8. Juni 2022
