Ende Oktober 2025 formierte sich auf Initiative von CIfA Deutschland und der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) ein Zusammenschluss aus der privatwirtschaftlichen Archäologie. Der Initiative gehören derzeit mindestens 18 größere archäologische Fachfirmen an. Ziel des Zusammenschlusses ist es, der HTW Berlin konkrete Unterstützung anzubieten, um die vom Dekan des Fachbereichs 5 gegenüber der DGUF am 24. Okt. 2025 ins Spiel gebrachte Option eines dualen Studiengangs weiter auszuloten und fachlich wie strukturell zu begleiten. Als Ansprechpartner fungiert Sascha Piffko (SPAU GmbH), Sprecher des Arbeitskreises Fachfirmen bei CIfA Deutschland.
Mit E-Mail vom 3. Dez. 2025 wurde die Initiative zu einem Sondierungsgespräch am 11. Dez. 2025 an die HTW Berlin eingeladen:
Stakeholder-Treffen an der HTW Berlin
Am 11. Dez. 2025 fand auf Initiative des Fachvertreters Prof. Dr. Thomas Schenk ein umfassendes Stakeholder-Treffen in Berlin statt. Neben Vertreter:innen der betroffenen Studiengänge und der Fachschaft nahmen unter anderem sechs Landesarchäologien, das Deutsche Archäologische Institut (DAI), Vertreter:innen von Museen und weiteren Fachinstitutionen sowie fünf Vertreter der Initiative aus der privatwirtschaftlichen Archäologie teil. Auch die Leitung der HTW Berlin sowie des zuständigen Fachbereichs waren anwesend.
Die beteiligten Grabungsfirmen stellten die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche sowie den hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften heraus und machten deutlich, dass sie bereit wären, den Studiengang bei Bedarf konkret und strukturell zu unterstützen. Die anwesenden Landesarchäologien unterstrichen ebenfalls den Bedarf an entsprechend ausgebildetem Nachwuchs, konnten jedoch keine substanzielle Unterstützung zusagen.
Seitens der Hochschulleitung wurde im Verlauf des Gesprächs deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht nur geringe Chancen für den Erhalt des Studiengangs bestehen. Die geplante Schließung werde als notwendig erachtet, um den sogenannten "Universitätsfrieden" zu wahren. Nach aktueller Beschlusslage sollen zum kommenden Semester keine neuen Studierenden mehr aufgenommen werden; die derzeit eingeschriebenen Studierenden sollen ihr Studium jedoch regulär abschließen können.
Perspektiven über die HTW Berlin hinaus
Im anschließenden informellen Austausch machten Lehrende, Studierende und Absolvent:innen der Studiengänge Konservierung und Grabungstechnik deutlich, dass sie – neben dem Erhalt der bestehenden Strukturen – auch offen für den Aufbau neuer Ausbildungsmodelle seien. Dabei wurde auch ein alternativer Standort außerhalb Berlins nicht ausgeschlossen.
Unabhängig von der weiteren Entwicklung an der HTW Berlin ist für Februar 2026 ein weiteres Gespräch zwischen Vertreter:innen der Initiative aus der privatwirtschaftlichen Archäologie und Fachvertreter:innen der Hochschule geplant, um mögliche Handlungsräume und Perspektiven weiter auszuloten.
Gemeinsame Arbeit an Lösungen
Derzeit arbeiten die HTW Berlin, Vertreter:innen des zuständigen Fachbereichs sowie die Initiative aus der privatwirtschaftlichen Archäologie weiterhin gemeinsam an Lösungsvorschlägen. Ziel ist es, auch künftig eine qualifizierte Ausbildung von Grabungstechniker:innen und Restaurator:innen in Deutschland sicherzustellen – sowohl für die Privatwirtschaft als auch für Denkmalämter und Museen.
Stand: Dez. 2025
